Lexikon Kirchliche Trauung

Dieser Lexikoneintrag soll das Thema kirchliche Trauung einmal näher beleuchten und über die wichtigsten Dinge und Fakten aufklären.

Gründe für eine Kirchliche Trauung

Die Gründe für das „Ja“ vor dem Altar können vielfältig sein. Der Glaube und der tief empfundene Wunsch nach dem Segen für die Ehe von „höherer Instanz“ bewegen die Einen zur Hochzeit in der Kirche. Für die Anderen steht der feierliche Rahmen im Vordergrund, wieder Andere erfüllen damit Eltern und Schwiegereltern einen sehnlichen Wunsch. Wie dem auch sei: im Gegensatz zur standesamtlichen Trauungkann das Brautpaar die kirchliche Trauung stärker mitgestalten. Wohlgemerkt: ein Pfarrer ist kein Zeremonienmeister für eine erhebende Stunden, den man sozusagen buchen kann, weil man Kirchensteuer zahlt. Je besser man sich aber mit dem Pfarrer abstimmt und je mehr man seine Vorstellungen einbringt, desto persönlicher wird der Traugottesdienst werden.

Kirchliche Trauung in Deutschland

Aufgrund der Trennung von Kirche und Staat hat die kirchliche Trauung nur kirchenrechtlichen Charakter. Ausnahmen bilden hier das Vereinigte Königreich, Irland, Spanien und Italien. In diesen Ländern kann die kirchliche Trauung auch zivilrechtlich gelten.

Wenn man in einer bestimmten Konfession getraut werden will, muss wenigstens ein Partner dieser Glaubensrichtung angehören. Der Pfarrer wird auf jeden Fall ein sog. Traugespräch mit dem Brautpaar führen. Gesprochen wird sowohl über praktisch-organisatorische Punkte als auch über grundlegende Fragen der Ehe. Ablauf und Inhalt des Traugesprächs sind von Pfarrer zu Pfarrer verschieden.

Handelt es sich um Paare mit unterschiedlichen Konfessionen, liegt die Entscheidung bei dem Pfarrern vor Ort, ob diese das Paar trauen möchten oder nicht. Bei der katholischen Kirche ist eine zusätzliche Genehmigung des zuständigen Bischofs notwendig, wenn eine Ehe mit einem orthodoxen Partner oder einem Nicht-Christen geschlossen werden soll.

Aufbau der kirchlichen Trauung

Der Aufbau der Trauung in einem Wortgottesdienst, zum Beispiel bei der ökumenischen Trauung, entspricht dem Ablauf einer Messfeier bis auf die Eucharestiefeier; auf diese muss im Wortgottesdienst verzichtet werden. Allerdings kann auch ein Wortgottesdienst festlich gestaltet werden, zum Beispiel mit zusätzlichen Liedern und Lesungen – man sollte diesbezüglich den Pfarrer oder darauf ansprechen.

Kirchliche Trauung – Die katholische Hochzeit

In der katholischen Kirche steht nur heterosexuellen Paaren die Trauung offen.

Voraussetzungen für die kirchliche Trauung

Voraussetzung hierzu ist, das eine standesamtliche Trauung vorangegangen ist. In der Regel findet eine kirchliche Trauung in einer Kirche statt. In Ausnahmefällen kann aber auch eine kirchliche Trauung z.B. im Freien genehmigt werden. Möchte man in einer anderen Gemeinde heiraten, muss der zuständige Pfarrer dem zustimmen und eine sog. „Dimissoriale“ erteilen.

Die katholische Kirche unterscheidet zwischen Wortgottesdienst und Messfeier (Eucharistiefeier). Ist nur ein Ehepartner katholisch, wird in der Regel ein Wortgottesdienst gefeiert.

Lese-Tipp: Für weitere umfangreiche Informationen, insbesondere zu Dokumenten und Ablauf empfehlen wir Ihnen zusätzlich das Magazin von Hochzeitsplaza: Die katholische Trauung

Unterlagen für die kirchliche Trauung

Für die Anmeldung zur Trauung benötigt man den Personalausweis, die Taufurkunde mit Nachweis der Ledigkeit, Firmungszeugnis sowie die Heiratsurkunde des Standesamtes. Die Taufurkunde wird vom Taufpfarramt ausgestellt. Sie darf nicht älter als sechs Monate sein. Ein Firmungszeugnis ist in der Regel lediglich dann erforderlich, wenn die Firmung nicht auf dem Taufschein verzeichnet ist. Falls man nicht in seiner Heimatgemeinde heiratet, benötiget man zusätzliche eine Traulizenz oder einen sog. Entlassschein des zuständigen Gemeindepfarrers.

Evangelische kirchliche Trauung

Bei der evangelischen kirchlichen Trauung gibt es einige Ähnlichkeiten zur katholischen Trauung.

Kirchliche Trauung – Voraussetzungen

Eines hat die evangelische Trauung mit der Katholischen gemein, die Ehe wird unter der Voraussetzung geschlossen, dass die Verbindung unauflöslich ist. Eine zweite kirchliche Trauung nach einer Scheidung ist zwar möglich, aber man benötigt dazu eine „Ausnahmegenehmigung“. Ob sie erteilt wird, entscheidet der zuständige Pfarrer.

Benötigte Unterlagen für die kirchliche Trauung

Folgende Unterlagen sollten zur Anmeldung für die Trauung mitgebracht werden: Personalausweis, Taufschein, Konfirmationsschein und die Heiratsurkunde des Standesamtes. Falls man nicht in seiner Heimatgemeinde heiratet, braucht man noch eine sog Zäsion/Dimissoriale vom „Heimat“ -Pfarrer.

Lese-Tipp: Auch hier empfehlen wir für weitere Informationen zur evangelischen Trauung das Magazin von Hochzeitsplaza: Die evangelische Trauung

Ablauf der kirchlichen Trauung

Für die kirchliche Trauung gibt es mehr oder minder klassische Abläufe.

Aufbau der Trauung in einer Messfeier

  • Eröffnung
  • Empfang des Paares vor der Kirche
  • Einzug (mit Orgelspiel)
  • Eingangslied
  • Begrüßung/Einführung
  • Kyrie (Gloria)
  • Tagesgebet

Wortgottesdienst

  • Lesung und Antwortgesang
  • Evangelium
  • Predigt

Trauung

  • Fragen an die Brautleute
  • Segnung der Ringe
  • Vermählung
  • Bestätigung der Vermählung
  • Feierlicher Trauungssegen
  • Fürbitten
  • Eucharistiefeier
  • Gabenbereitung
  • Eucharistisches Hochgebet
  • Vaterunser
  • Friedensgruß
  • Kommunion
  • Danklied
  • Schlußgebet

Abschluss der Trauung

  • Segen
  • Auszug aus der Kirche (mit Orgelspiel)

Kirchliche Segnung

Anstatt einer kirchlichen Trauung kann auch ein Segnungsgottesdienst abgehalten werden. Dies ist in einigen Kirchen, überwiegend evangelische Landeskirchen für homosexuelle Paare, erlaubt. Diese Segnungsgottesdienste führt in der Regel der ortsansäßige Pastor durch, sofern er dazu bereit ist.

Kirchliche ökumenische Trauung

Noch bis in die jüngere Zeit hinein war eine kirchliche Trauung zwischen Katholiken und Protestanten nicht möglich, da eine Trauung, die nicht nach katholischen Grundsätzen durchgeführt wurde, nicht gültig war. Seit dem 1.10.1070 hat sich das geändert; nun ist eine konfessionsverschiedene Ehe auch für Katholiken möglich.

Möglicher Ablauf einer ökumenischer Trauung

Diese „ökumenische“ Trauung kann von einem evangelischen, einem katholischen oder von zwei Geistlichen aus beiden Konfessionen gestaltet werden, wofür es Vorlagen von beiden Kirchen gibt. Beide Pfarrer oder Pastoren wechseln sich dann beim Trauungszeremoniell ab. In der Regel aber nimmt jeweils der Geistliche die Trauung vor, in dessen Kirche sie stattfindet. Grundsätzlich ist die ökumenische Trauungimmer ein Wortgottesdienst ohne Messfeier.

Unterlagen für ökumenische Trauung

Für die Anmeldung zu einer ökumenischen Trauung benötigt man: Personalausweis, Taufschein, Firmungsurkunde bzw. Konfirmationsschein, Heiratsurkunde.

Wiederheirat Geschiedener

Da die katholische Kirche das Ehesakrament als einen unauflöslichen Ehebund betrachtet, kann sie die staatliche Ehescheidung nicht als Auflösung des Ehebundes anerkennen. Aus diesem Grund können Geschiedenen zu Lebzeiten ihres früheren Partners grundsätzlich nicht zur katholischen Eheschließungzugelassen werden.

Eine Ausnahme bilden nur die seltenen Fälle, in denen die Kirche die frühere Ehe für nichtig erklärt. Gründe für eine kirchliche Annullierung der Ehe können Unreife der beiden Partner zum Zeitpunkt ihrer Eheschließung oder das Ablehnen von Kindern des einen Partners sein. Auch bei der evangelischen Kirche gilt die Ehe im Prinzip als unauflöslich; ob Sie ein zweites Mal kirchlich heiraten dürfen, entscheidet der zuständige Pfarrer in Absprache mit dem Dekan.

Unsere Empfehlungen

Zum Abrunden einer jeden kirchlichen Trauung gehört es heutzutage zum guten Ton den Hochzeitsgästen ein schickes Kirchenheft zu geben. Wir sagen Ihnen, was alles in ein Kirchenheft gehört und wie es aufgebaut sein sollte. Mehr dazu hier: Kirchenheft Hochzeit

Ein wesentlicher Bestandteil einer jeden kirchlichen Trauung ist der Trauspruch. Eine große Auswahl an schönen und angemessenen Sprüchen haben wir Ihnen daher einmal zusammengetragen: Trausprüche